Unsere Geschichte

GESCHICHTE


Die Geschichte der Region Gnesta kann in einige große Epochen der Entwicklung eingeteilt werden. Vom Abschmelzen des Inlandeises, wodurch die mittelschwedische Grabenbruch-Landschaft geformt wurde, über das Entstehen der Agrarlandschaft bis hin zum Einfluss der Eisenbahn und der Dienstleistungsgesellschaft auf das Aussehen und die Ausweitung der Region. Jede dieser vier Epochen hat deutliche Spuren in der Region hinterlassen, von denen alle nach wie vor parallel existieren.

Urgeschichte

Vor etwa 4000 Jahren (1800 v. Chr.) war die Region um Gnesta eine Bucht der Ostsee. Allein einige der Anhöhen, die in der modernen Gemeinde gelegen sind, stachen wie Inseln aus dem Wasser. Der Wasserspiegel war etwa 15 Meter höher gelegen als heute (etwa 25 Meter über ü. M.). Unter anderem einige Steinäxte zeugen davon, dass Menschen in der Region lebten.

Einige hundert Jahre später war der Wasserspiegel weitere 5 – 7 Meter gesunken (unter 20 Meter ü. M.), wodurch große Landflächen entstanden waren. Spuren von Menschen aus dieser Zeit sind deutlich häufiger zu finden. Sie bestehen hauptsächlich aus Grabstätten aus der Nordischen Älteren Bronzezeit.
Um 500 v. Chr. lag der Wasserspiegel nur noch 2 Meter höher als heute (etwa 12 Meter ü. M.).

Während dieser Zeit entstanden die ersten Gräberfelder. Etwa 10 solcher Gräberfelder aus dieser Zeit wurden entdeckt. Zwei Wallburgen befinden sich in der Region, auch sie könnten in dieser Zeit entstanden sein.

Vom Mittelalter bis zur Neuzeit

Einige Hofnamen sind bereits in Dokumenten aus dem 14. Jahrhundert zu finden. So findet sich beispielsweise in Dokumenten aus dem Jahr 1314 der Name Fröstunum (Frustuna – vom Gott Frö (Freyr)).
Andere Hofnamen, die bereits seit dieser Zeit belegt sind: Vadhy (Vad, heute Södertuna), Kaerue (Öster- und Västerkärv), Vala (Yttervalla) und Wakraby (Vackerby). Wiederum andere Hofnamen wurden etwas anders latinisiert, z. B. Holastum (Hållsta), Gywastum (Givesta) und Gnytlistum (Gnesta). Das Suffix „-stum“ ist das heutige „-sta“ und verweist auf einen bestimmten Ort. Südlich von Gnesta befanden sich im 17. Jahrhundert einige sogenannte Säterier (Höfe mit Steuerfreiheit) so wie Mälby, dessen ehemalige Außenmark (das Gelände außerhalb des Hofes) bis in die Region von Gnesta ging.

Bis in die 1850er Jahre bestand das Zentrum von Gnesta nur aus einigen Höfen und Häusern. Das Dorf Gnesta bestand aus den drei Höfen Uppgården, Mellangården und Nergården (etwa „Oberhof“, „Mittelhof“ und „Unterhof“). Der „Oberhof“ verfügte einige hundert Jahre über eine Reisestation und ein Gasthaus, die allerdings der Konkurrenz durch die Eisenbahn und das Stora Hotellet („das Große Hotel“) nicht standhalten konnten.

Ein großer Weg, der nach Björnlunda führte, passierte das Gebiet etwa dort, wo heute die Straße Skillingagatan gelegen ist. Dort, wo sich heute die Straße Ringvägen befindet, lag einst ein Verbindungsweg zwischen dem Dorf Gnesta und dem Weg nach Björnlunda. Der „Oberhof“ war ein entscheidender Teil der Infrastruktur in der Region. Seit einigen hundert Jahren hatte der Hof als Reisestation und Gasthaus gedient.

Die Eisenbahn veränderte die Region für immer

Im Jahr 1857 begann der Bau der Västra stambanan, der Verbindung zwischen Stockholm und Göteborg. Dass der Zug auch in Gnesta halt machte lag wohl daran, dass die Lok alle 3-4 Meilen mit Wasser versorgt werden musste. Nach Södertälje war darum die Gegend am See Frösjön der nächste geeignete Ort, um Wasser nachzufüllen.

Dies führte zu einer schnellen Bebauung des Zentrums von Gnesta. Bereits während der ersten 25 Jahre wurde die ganze Anhöhe mit Häusern zugebaut. Der Bahnhof löste die Kirche als neues Ortszentrum ab. Außerdem wurde die Straße Dagagatan gebaut, als Verbindung zwischen dem neuen Bahnhof und dem Weg nach Björnlunda. Etwas Später wurde auch die Östra Storgatan gebaut, damit das Bahnhofsviertel auch in südlicher Richtung verbunden war.

Die Anziehungskraft der Eisenbahn war so groß, dass die Viehmärkte, die früher in Önnersta und Björnlunda stattgefunden hatten, nach Gnesta verlegt wurden. Man nimmt an, dass bis zu 5000 Menschen in jedem Halbjahr die großen Märkte besuchten. Der Einzugsbereich soll groß gewesen sein. Angeblich kamen Käufer von Stockholm, Småland und sogar von Oslo hierher. Sicherlich beschleunigten die Märkte den Aufschwung, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand. Ein weiterer Beweis für die zunehmende Bedeutung des Ortes war die Verlegung des Häradsrätten (das Gericht der ersten Instanz auf dem Land) von Gåsinge nach Gnesta.

Steigende Einwohnerzahlen – mehr Druck auf Dienstleistung und Handel

Marieström war eines der ersten Viertel, die gebaut wurden, hier befanden sich einige Läden, ein Hotel und eine Privatschule. Außerdem entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts einige Fabriken, darunter eine Streichholzfabrik (die nach zwei Bränden stillgelegt wurde), eine Meierei, eine Gerberei, eine Tischlerei und eine Bürstenfabrik.
Ende der 1890er Jahre kamen noch eine Meierei und eine Tischlerei dazu sowie eine Brauerei (die Mitte des 20. Jahrhunderts aufgekauft und nach Stockholm verlegt wurde) und eine Zigarrenfabrik!

1883 wurde Gnesta zu einem sogenannten Municipalsamhälle (ein Ort mit stadtartigem administrativem Status). Die Zahl der Einwohner lag bei etwa 779. Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Ärzte, 2 verschiedene Telegrafenstationen und eine Apotheke in den Ort. Ein wichtiges Eisenbahn-Restaurant entstand am Platz Stora Torget. Angeblich machte sogar die Königsfamilie während ihrer Reise nach Schloss Tullgarn hier halt, um von der Bahn auf die Kutsche umzusteigen.

Ein kleinerer Rückschlag war der Bau der Södra Stambanan (Zugverbindung zwischen Malmö und Katrineholm/Järna) über Nyköping im Jahr 1912. Dadurch verlor Gnesta seine Lockung bei den Küstenbewohnern.
Der Ort sollte sich dennoch weiterentwickeln – 1919 und 1923 wurde er mit zwei (freiwilligen) Schulen bereichert.

In den 1940er Jahren entstanden einige kleine Fertighäuser, vor allem auf den Anhöhen im Süden und Westen von Gnesta. Während der 1950er und 60er Jahre wurde das Gebiet Dalen (an den Straßen Dalgatan und Skillingagatan) bebaut.

1955 wird Gnesta zur Minderstadt

Der Ort wurde größer und in den 1960er Jahren entstanden viele Mehrfamilienhäuser westlich und südlich vom alten Gnesta. In dieser Zeit entstanden am westlichen Ende der Straße Nygatan (direkt an der Straße Västra Storgatan)) zwei Mehrfamilienhäuser. Grund dafür war der Bedarf, der durch den Umzug der Seifenfabrik Tvålfabriken (Bonde Bergströms) von Västervik nach Gnesta entstanden war.

Eine Abrisswelle rollte in den 1960er Jahren über Schweden, die von Politikern mit Besorgnis beobachtet wurde. Holzhäuser und verputzte Häuser mussten weichen, stattdessen wurde aus Beton gebaut. Die Stadtzentren sollten modernisiert werden, diese Welle sollte auch Gnesta erreichen. Das Viertel Marieström wurde „saniert“ und zu dem umgebaut, was es heute noch ist. Glücklicherweise blieb es dabei, doch leider verschwanden auch einige pittoreske, verputzte Mehrfamilienhäuser und ein großes, mehretagiges Holzhaus dort, wo heute das "Posthuset"/"nya Apotekhuset" („das Posthaus“/„das neue Apothekenhaus“) steht. Der große Vorteil dieser Renovierung war, dass das schlammige und häufig übel riechende Wasser des Flusses Marieströmsån mit einem Durchlass versehen wurde. Leider verschwanden gleichzeitig einige schöne bogenförmige Holzbrücken sowie die Birken entlang des Flusses, die wie eine Umrahmung wirkten. Der Durchlass wurde in den 1960er Jahren gebaut. Über ihm befindet sich heute der Park Thuleparken, der in den späten 1970er Jahren angelegt wurde, um die Umgebung des Millionenprogramms zu verbessern.

1970 bis 1980 wurde sehr viel Geld in Wasser und Kanalisationen, Wege und Straßen, Klärwerke und Wasserwerke gesteckt.

Ein Stück weiter den Fluss Marieströmsån hinauf (im Westen) befindet sich die Klinik aus den frühen 1980er Jahren, die durch ihre Bauweise und Aussehen Bodenbewegungen und Bodensetzungen standhalten muss, da Sie auf feuchtem Boden gebaut wurde.

Gegen Ende der 1960er Jahre hielt der Zug nicht mehr in Gnesta. Harte und entschlossene Diskussionen zwischen der Gemeinde und der Stockholmer Nahverkehrsgesellschaft SL führten dazu, dass der Vorortzug von Stockholm bis nach Gnesta fuhr – obwohl es die „falsche“ Provinz war. Dies ermöglichte mehr Menschen den Umzug nach Gnesta. Nun begann eine hochintensive Periode des Bauens. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich, innerhalb von zehn Jahren stieg sie von 2500 bis auf 5000.

1970 bis 1990 wurden folgende Gebiete bebaut:

  • Im Süden von Gnesta entstanden die Gebiete Dansut und Sigtuna um eine der Tanzflächen im Freien, wo bekannte Musiker wie Rune „Gnesta-Kalle“ Gnestadius häufig auftraten, daher der Name „Dans-ut“. Die Tanzfläche befand sich hinter dem Einkaufszentrum STOPP an der Steigung. Einer der Wege, die zur „legendären“ Tanzfläche führen, wurde nach „Gnesta-Kalle“ benannt.
  • Im Nordwesten von Gnesta entstanden zwischen 1980 und 1990 unterhalb der Schule Framnäs skola einige Bostadsrätter (Mietshäuser mit Dauerwohnrecht).
  • Im Zentrum von Gnesta entstanden entlang der Straßen Torggatan und Landshammarsgatan einige Mehrfamilienhäuser und etwas später, in den 1980er Jahren, die Mietshäuser in Nergårds gärde. Außerdem entstanden an der Vesslevägen und der Hermelinstigen einige Villen sowie das Gebiet Ingalunda.
  • Im Westen von Gnesta: das Villengebiet im Osten von Vackerby: Sällskapsvägen, Uppåkravägen und Sämjevägen. Außerdem wurden die zweistöckigen Häuser östlich von Vackerby Hage gebaut.
  • Am 1. Januar 1992 wurden Gnesta und Trosa von Nyköping abgetrennt und waren wieder eigene Gemeinden.
    Am 19. August 2007 feierten wir unser 15-jähriges Bestehen.

Von 2002 bis heute

Die Immobilienkrise in den frühen 1990er Jahren sorgte für eine Erholungspause, Anfang des neuen Jahrtausends wurde wieder gebaut. Framnäs gärde, ein Gebiet mit etwa 30 Häusern, wunderschön am See Frösjön gelegen, wurde in dieser Zeit gebaut.

Immer mehr Bauunternehmer sehen in der einzigartigen Lage Gnestas eine künftige, strategische Investition. Ziel ist es, die Einwohnerzahl von Gnesta um 100-200 Personen pro Jahr zu erhöhen (etwa plus 2 %).

In den vergangenen Jahren hat sich Gnesta in vielen Bereichen sehr positiv weiterentwickelt. Genauso wie in vielen anderen Gemeinden besteht die Herausforderung darin, dem wachsenden Servicebedarf in der Altenpflege beizukommen. Ältere Menschen haben das Recht auf guten Service so wie häusliche Pflege und Heime. In der Gemeinde Gnesta gibt es gute Vorschulen und Schulen. In einer guten Vorschule/Schule entsteht die Basis für das ganze Leben. Die Gemeinde verfügt über ein breites und starkes Wirtschaftsleben, das sich, laut unterschiedlicher Untersuchungen, in einer sehr positiven Richtung entwickelt.

Zudem verfügt Gnesta über ein breites Angebot an Vereinen, die jede Menge Aktivitäten für Jung und Alt bieten. Daraus ergibt sich eine positive und attraktive Gemeinde, die in vielerlei Hinsicht von größter Bedeutung für ihre Einwohner ist.
Seit einiger Zeit arbeitet die Gemeinde an einem Projekt für Bürgerdialoge. Ziel ist es, den Einwohnern größere Möglichkeiten zur Mitbestimmung über die Entwicklung in der Gemeinde zu bieten.
2015 wird das Schwimmbad renoviert, instand gesetzt und die Anlage modernisiert. Im Jahr 2014 übernahm die Gemeinde Gnesta die Storgatan vom Schwedischen Amt für Verkehrswesen. Die Straße wird instand gesetzt und ein gemeinsamer Fuß- und Radweg gebaut. Außerdem entsteht ein Kreisverkehr an der Kreuzung zum Dansutvägen und die Umgebung der Storgatan wird schöner gestaltet.

Die Gemeinde Gnesta geht einer hellen und starken Zukunft entgegen!